Empfehlungskatalog Senior Entrepreneurship

Menschen ab dem mittleren Alter brauchen eine professionelle und sensible Gründungsberatung, die ihre unterschiedlichen Lebenslagen, Kompetenzen und Bedürfnisse berücksichtigt. Somit stellt dieser Katalog eine Handlungshilfe dar, um zukünftig eine größere Zahl von Gründungsinteressierten ab dem mittleren Alter zu erreichen.

Dr. Noemí Fernández Sánchez, RKW Kompetenzzentrum

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Beschreibung

Hinweise für die Beratungspraxis 45plus

Der erste Schritt zu einer erfolgreichen Gründung ist zweifelsohne eine gute Beratung. Umgekehrt kann die Qualität der Beratung Erfolgsgarant für Gründungsprojekte sein. Der Expertenkreis „Senior Entrepreneurship“ im RKW Kompetenzzentrum legte deshalb den Schwerpunkt seiner ersten zwei Workshops auf die Beratungstätigkeit. Menschen ab dem mittleren Alter brauchen eine professionelle und sensible Gründungsberatung, die ihre unterschiedlichen Lebenslagen, Kompetenzen und Bedürfnisse berücksichtigt. Somit stellt dieser Katalog eine Handlungshilfe dar, um zukünftig eine größere Zahl von Gründungsinteressierten ab dem mittleren Alter zu erreichen.

Im Vorfeld ist anzumerken, dass die Erstellung von praxisnahen Empfehlungen für Gründerinnen und Gründer 45plus aufgrund der enormen Heterogenität dieser Zielgruppe eine anspruchsvolle Aufgabe darstellte. Nichtsdestotrotz wurde sie mit großem Elan und Engagement von allen Personen und Organisationen im Expertenkreis durchgeführt. Einen herzlichen Dank an Alle dafür!

Die hier gesammelten Empfehlungen sind nicht immer auf jede Beratungssituation und auf jede Gründerin bzw. jeden Gründer 45plus anzuwenden. Sie sind vielmehr als „Werkzeugkasten“ zu verstehen, aus dem man sich bedienen kann, um eine konkrete „Beratungs-Herausforderung“ zu meistern.

Die Vorschläge sind auf die gesamte Zielgruppe der Gründerpersonen 45plus ausgerichtet. An einigen Stellen ist es jedoch nötig zu präzisieren, ob die entsprechende Empfehlung an die sogenannten Notgründerinnen und -gründer oder eher an die Chancengründerinnen und -gründer adressiert ist. Hierfür wird die Definition der KfW zugrunde gelegt, nach der erstere aus Mangel an Erwerbsalternativen während letztere zur Umsetzung einer Geschäftsidee gründen (KfW, 2007). Hinzu kommen weitere unterschiedliche Merkmale hinsichtlich des Bildungshintergrunds, beruflicher Erfahrung, Motivation etc., so dass wir letztendlich grundsätzlich zwischen zwei Gründungstypen differenzieren können:

Typ1: 
Gründerinnen und Gründer aus der Arbeitslosigkeit oder in abhängiger, meist prekärer Beschäftigung, mit niedrigem Ausbildungsgrad oder brüchiger Berufsbiographie sowie mit wenig oder fehlender Berufserfahrung.

Gründungsmotiv: Wiedereinstieg in den Beruf schaffen, finanzielle und soziale Absicherung.

Typ 2: 
Erfahrene Gründerinnen und Gründer, gut bis sehr gut ausgebildet, mit langjähriger Berufserfahrung in Angestelltentätigkeit, manchmal sogar in Führungspositionen.

Gründungsmotiv: Selbstverwirklichung, Neustart als Chef, Erfahrung und Wissen weitergeben.

In der Regel erscheinen diese Idealtypen selten. Meistens ist eine Reihe von Mischtypen vorzufinden, die aus den unterschiedlichen Lebens- und Berufsbiographien hervorgehen. Die Eigenschaften jedes Gründertyps beeinflussen maßgeblich die Dauer und Art der Gründungsberatung, sind aber nicht immer ausschlaggebend für den Erfolg des Gründungsprozesses.

Denn – wie die Praxis zeigt: Im besten Fall können sich gerade Gründungen aus der Alternativlosigkeit als erfolgreiche Gründung entpuppen. Eine kompetente Beratung spielt dabei eine gewichtige Rolle. Anders ausgedrückt: Auch so genannte „Notgründungen“ können zu erfolgreichen Existenzgründungen führen, wenn sie professionell umgesetzt werden.

Gliederung des Empfehlungskatalogs 
Die hier aufgeführten Empfehlungen werden zeitlich gegliedert. Der zeitliche Ablauf umfasst drei Phasen: Vor, während und nach der Beratung. Innerhalb der Beratungsphase (Phase 2) finden folgende Themen besondere Berücksichtigung: Weiterbildung, Kommunikation, Kapital und Vernetzung. Kern der Arbeit ist die Ausgestaltung der Beratungstätigkeit, und zwar die sogenannten „weichen Faktoren“, d. h. Ansprache, Dauer, Umfang, Ablauf etc. Die o.g. Beratungsthemen sind jeweils aus der Sicht der Beraterinnen und Berater zu verstehen und werden nicht im Detail untersucht, sondern lediglich kurz angerissen.

Letztendlich sind die Gründerpersönlichkeit, das Geschäftsmodell und die Gründungsberatung entscheidend. (…) Die fehlende Aussicht auf ein erfüllendes und gut bezahltes Angestelltenverhältnis kann dazu führen, dass eine Selbstständigkeit mit besonders viel Engagement, Energie und Durchhaltevermögen angegangen wird.
– Luna Christine Weineck –

Dr. Noemí Fernández Sánchez, RKW Kompetenzzentrum

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