Samstag, 3.10.2015: Hallo Haus!


Irgendwie ist es gerade verhext mit der Technik: Mein Zigarettenanzünder geruht just in dem Moment den Geist aufzugeben, als ich losfahren will, also ist nüscht mit Navi, aber was soll´s, ich finde den Weg auch so. Bei traumhaftem Wetter geht es am Samstag los aus Berlin und bis Dresden verläuft auch alles sehr entspannt auf der Autobahn. Zwischen Dresden und Bautzen allerdings wird es deutlich unruhiger: jede Menge Möchtegern-Rennfahrer aus Dresden haben es gerade ganz eilig in die Oberlausitz zu kommen und liefern sich ihre Rennen. Gleichzeitig fahren andauernd Wagen des Bundesgrenzschutzes an mir vorbei.

Fensterblick

Fensterblick

Das Akku meines Smartphones ist leer, als ich ankomme und als ich es wieder einschalte, hat es erst einmal einfach die Zeit vergessen und befindet sich wieder im Jahr 2013, um zwei Uhr früh, dabei ist es kurz nach vier Uhr nachmittags. Kein Netz für Android da, um sich zu aktualisieren. Aber wen interessiert schon die Zeit, wenn es Wochenende ist und man von so einer herrlichen Landschaft umgeben ist?

Obwohl ich unterwegs die ganze Zeit Radio gehört habe, realisiere ich erst bei „Kaufland“, dass heute ja ein Feiertag ist… Das kann auch nur mir passieren. Macht nichts. Erst mal „Hallo Haus“ sagen und dann werde ich irgendwo etwas essen gehen.

Es ist wie eine kleine Zeitreise: fast alles sieht noch so aus wie damals, als meine Großeltern hier lebten. Das Plumpsklo ist weg (Gottseidank) und die Wasserpumpe auch und es gibt jetzt auch eine richtige Dusche, aber sonst…

Der Blick aus dem Fenster zeigt wilde Romantik (für Städter) oder viel Arbeit (für Dörfler) – ich habe gerade noch den Städterblick und liebe es.

Der alte Birnbaum

Der alte Birnbaum

Unser alter Birnbaum, der schon mehrmals fast gestorben wäre und so gut wie keinen Stamm mehr besitzt, hängt voller Birnen und die zwei Apfelbäume und Pflaumenbäume tragen auch. Eine Schande, dass ich das jetzt nicht alles pflücken und verwerten kann. Zum Einkochen wäre ja alles da, aber jetzt, wo ich noch ohne Telefon dastehe, habe ich wenig Lust, von einer Leiter zu fallen.

Hinten im Garten steht auch noch eine alte Metalltonne schief herum. Keine Ahnung, wozu mein Großvater sie gebraucht hat, aber in Berlin würde man sie nutzen, um sich draußen am Feuer zu wärmen… Reisig ist genügend da.

Und meine Echinacea, die ich im Sommer gepflanzt habe, lebt auch noch. Ein gutes Zeichen!

Wie herrlich ist es, hier zu sein!

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